Mittwoch, 17. September 2008

Von Verirrungen und Verspätungen

Leider komm ich erst heute dazu, meine Erlebnisse von gestern aufzuschreiben, da der Tag einfach nur purer Stress war. Ich bin morgens gegen 6 Uhr aufgestanden und hab die Lunchpakete für die Kiddies geschnürt, ihr Frühstück gemacht, mit ihnen gegessen und sie zur Schule gefahren. Als ich wiederkam (gegen 8:30), hab ich mir nur fix meine Tasche über die Schulter geworfen und bin zur Bushaltestelle gelaufen. Dort angekommen saß mir noch der Zeitdruck im Nacken, da ich gerade zu meiner ersten Stunde in der Languageschool nicht zu spät kommen wollte. Dieser Druck minderte sich auch nicht, als die ersten 2 Busse seelenruhig an der Haltestelle vorbeifuhren... sie waren einfach zu vollbeladen mit Menschen, die wohl in ähnlicher Hektik standen. Selbst wenn die Busse angehalten hätten, hätten wir (mit mir wartete noch eine Verzweifelte) wohl beim besten Willen nicht mehr hereingepasst. Ich war etwas geschockt über diese Massen und begann, hibbelig zu werden. Was, wenn der dritte Bus nun auch noch vorbeifährt? Ich hab mich gar nicht mehr getraut, auf meine Uhr zu schauen, weil ich mich nicht noch extra unter Druck setzen wollte. Glücklicherweise hatte Bus Nummer 3 dann Erbarmen mit uns und lud uns ein. Nach einigen Haltestellen leerte es sich sogar so, dass wir Sitzplätze bekamen. In Kingston angekommen bin ich dann zum College gerannt, mit mir viele weitere Studenten und Schüler, die man gut an den Schlüsselbändern erkennen kann, an denen eine Zutrittskarte für das Gebäude hängt. Mir ist es allerdings zu doof, die um den Hals zu tragen ^^ Irgendwann kam ich dann an, hab nach einmal herumirren sogar meinen Raum gefunden in dem schon 3 Mädels saßen und hab Platz genommen. Nach und nach trudelten dann auch die restlichen der insgesamt 15 lehrnbegierigen Hühner ein, es scheint kein Hahn sein Englisch zu verbessern wollen. Könnte auch daran liegen, dass die meisten meiner Klasse ebenfalls Au-Pairs sind, was wir beim ersten Kennenlernen feststellten. Sehr viele Nationen haben sich da gemischt, wir haben Chinesinnen, eine aus Bulgarien, eine Türkin, eine Mexikanerin, eine Koreanerin, ... und natürlich... die einzigen blonden Mädels sind wir aus Deutschland. Zwei sehr nette, bodenständige "Girls", mit denen ich gleich nach der Stunde in die Stadt gelaufen bin- ein fataler Fehler. Aber dazu später mehr.

Die ersten zwei Stunden waren hauptsächlich zum Kennenlernen der Mitschüler und zur Einführung gedacht. Die erste Frage, die geklärt wurde: das grooße Rätsel des PET. Mit Haustieren hatte es eher wenig zu tun, es bedeutet einfach "Preliminary English Test" und ist eine Vorstufe zum Cambridge Test. Der PET Kurs wurde wohl neu eingeführt, da in der Vergangenheit einige den Cambridge Test nicht bestanden haben und man nun auf Nummer sicher gehen will oder so. Aber auch dieser Kurs endet mit einer Prüfung, die zwar nicht geschrieben werden muss, es aber wohl empfehlenswert ist, wenn mans macht. Wird so in der ersten/zweiten Dezemberwoche stattfinden, mal schauen. Uns wurde dann noch ein Buch vorgstellt, das wir uns kaufen müssen wobei versichert wurde, dass es mindestens zwei Läden vorrätig haben. Nach weiteren Vorstellungen und einigen Übungen war die Unterrichtstunde (die aus 2 normalen Stunden besteht) vorbei und ich bin mit den beiden Deutschen zu den Bücherläden getiegert. Der erste Laden, Borders, hatte es nicht, nur auf Bestellung- 5 Werktage. Wir sind zum nächsten, dem größeren und bekannteren, Waterstones: Lieferung innerhalb 1-2 Wochen. Klasse. Wir also wieder zurück zu Borders, da sagt uns ein Mitarbeiter, dass es z.Z Probleme mit der Umstellung eines Systems gibt, momentan ist das Buch gar nicht zu bestellen. Der gute Mann hat uns aber einen dritten Laden empfohlen, WHS, Lieferzeit: bis zu einem Monat. Klasse...! Wir haben uns dann gesagt, dass wir erstmal morgen im College nachfragen, kann ja irgendwie nicht sein. Danach war das "erledigt" und wir sind unserer Wege gegangen, ich musste ja noch das Paket wegschicken mit meiner Kamera. Hab auch einen Laden gefunden, der das gleich gut verschnürt und einpackt, damit nix zerbricht. Hat allerdings auch seine Zeit gedauert, zumal der Shop wieder nah am College war, also den ganzen Weg wieder zurück, dann danach wieder entgegengesetzte Richtung zum Bus- die Zeit ging sehr schnell verloren durch dieses Hin-und Hergerenne.

Na ja, so kam es, dass ich dann erst 13 Uhr im Bus saß, obwohl die Stunde 11:30 aufgehört hat. Verdammt. Im Haus kam ich dann gegen 13:20 an, wo mich böse Gesichter erwarteten... Nonna hat mich gleich gar nicht mehr angeschaut, mein Gastvater hat zumindest noch normal mit mir geredet, mir aber klar gemacht, dass es so nicht läuft. Shit! Und ich dachte, es wäre vertretbar... Naja, ich bin dann fix hoch hab mich im Akkord umgezogen und hab seinen BMW geputzt. War auch dringend nötig, da die Rücksitze mit Kinderfüßen "verziert" waren ;) Dafür hab ich dann heute wenigstens ein Lob bekommen. Meine restliche Arbeit hab ich im Anschluss gemacht. Ich mein, ich hatte ja nie vor, mich davor zu drücken, nur weil ich diese Sprachschule besuche. Im Prinzip ist es ja egal, wann ich es mache, solange ich es mache. Scheinbar kam das nicht so gut an... Hm, nützt ja nun nix mehr. Als ich fertig war, kam Clara schon zur Tür rein, ihr Opa hatte sie zu Fuß abgeholt. Sie umgezogen, fertig gemacht, Lunchboxen ausgewaschen, was zu essen für sie gemacht und dann musste ich schon los, Guilia abholen. Mit ihr dann das gleiche Spiel zu Hause, wobei sie sich selbst umziehen kann ;) Dann war es gegen 5 und ich hab noch einige kleine Arbeiten getan, bis das Abendbrot vorbereitet werden musste. Da Francesca sehr spät kam, kam ich dann auch erst gegen 9 zur Ruhe, war noch fix im Internet und bin dann schlafen gegangen. Puh!

Heute verlief dafür etwas geschmeidiger ;) Leider auch in der Sprachschule... Dienstags und Donnerstags unterrichtet und Gabby, Mittwochs Delia. Gabby kommt sehr forsch rüber und hat auch gleich schon zu Beginn Stress gemacht, a la "Wir haben viel vor! Ihr werdet perfekt vorbereitet, müsst aber auch viel tun. Gerade die Au-Pairs sollten die Wäschen einfach mal Wäsche sein lassen und die Englisch-Aufgaben machen. Wir werden etwas schwierigere Aufgaben nehmen, damit ihr optimal vorbereitet seid..." Da hat es sofort angefangen Spaß zu machen, da man wusste, das man gefordert wird und was lernt. Ich war irgendwie voller Enthusiasmus, dass ich sofort meinen ersten Aufsatz hätte schreiben wollen ;) 

Heute allerdings... kam ich mir vor wie in der 6. Klasse. Einige aus dem Kurs sind auf einem teilweise soo niedrigen Level, die verstehen einfachste Aufgaben nicht. Ich mein, ich möchte jetzt wirklich nicht arrogant oder überheblich klingen, es war aber wirklich... Die Zuordnung verschiedener Texte zu ihren Arten (z.B. Post-it-Note, E-Mail, Postcard) viel manchen schwer, obwohl die Schrift beispielsweise auf einer gezeichneten Postkarte stand. Also... einfacher gehts ja kaum. Auch die Aufgaben zum Textverständnis... Wäre sinnlos das jetzt zu erklären, war aber auch wirklich einfachster Stoff. Ach, und "word building" Aufgaben. Eine Vokabel war kreisrund aufgedruckt, die Buchstaben aber vertauscht. Bsp: "BASKALLTEB" oder "BOOTFALL", ist natürlich extrem schwer zu erkennen, dass das Basketball und Football sein soll. Eine aus der Klasse hat bei einem anderen Beispiel die Vokabel "Tennistable" gebildet. Nette Sportart^^

Na ja, da haben wir uns eben mit so nem Kinderkram rumgeschlagen, die eine Deutsche (nebenbei sind beide auch Au-Pair) hatte eine ähnliche Miene drauf wie ich. Wir haben schon ab und zu extra Aufgaben bekommen, weil auch Delia gemerkt hat, dass das etwas zu leicht ist. Vielleicht war es ja auch nur zum "herantasten". Ich hoffe inständig, morgen wirds wieder anspruchsvoller!

Nach dieser Unterrichtsstunde bin ich zielstrebig zur Bushaltestelle gelaufen, mein Bus kam auch gleich und ich bin um 12:10 wieder zu Hause gewesen. Fix Mittag gegessen und wollte mich dann an die Arbeit machen, als mir Nonna sagt, sie hätte alles schon gemacht und dabei grinst. WOW! Da war ich echt überrascht. Ich hab mich bedankt und versucht zu erklären, dass sie das nicht machen muss. Na ja, da gabs dann erstmal nix weiter zu tun, bis ich Clara abgeholt hab. Danach sofort zu Guilias Schule und sie eingesammelt. Sie war heute auf einem "Teambuilding Trip", sowas, das sonst immer mit Managern gemacht wird, wie ich mir sagen lassen hab. Also Vertrauensaufgaben in Gruppen, damit man enger zusammengeschweißt wird. Hat wohl rießigen Spaß gemacht ;)

Das wars dann heute, mir fallen auch gleich wieder die Augen zu, deswegen ist der Text jetzt wohl nicht einer meiner Besten- sorry. Es wird wieder ;) Ich wollte nur was von mir hören lassen. 

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