Da heute mal wieder so ein Tag ist, an dem nichts besonderes passiert, hab ich beschlossen, eine neue Kategorie zu starten. Es dreht sich um die italienische Küche, die ich hier hautnah miterlebe und ich denke, dass vielleicht der ein oder andere Spitzenkoch unter euch sich gern mal an einigen Spezialitäten versuchen würde.
Beginnen wir am Besten mit dem wohl begehrtesten, der Salsa, der original italienischen Tomatensoße. Natürlich darf wieder kein Italiener erfahren, dass ich sie als original bezeichne. Sie ist erst echt und komplett italienisch, wenn sämtliche Zutaten auch in diesem Land gekauft wurden. Ich gehe allerdings nicht davon aus, dass sonderlich viele unter euch aus dem letzten Italienurlaub noch passierte Tomaten, Olivenöl oder Zwiebeln importiert haben. Aber ich denke, die von Aldi tun's auch :)
Man sollte sich viel Zeit nehmen, wenn man vor hat, Nudeln in Tomatensoße zu essen, es ist keinesfalls etwas für den "kleinen Hunger zwischendurch". Ich habe heute dreiviertel 10 angefangen, damit man dann ca. um 12 essen kann. Allerdings reicht das eigentlich immer noch nicht, denn sie wird erst heute Abend gegessen... Wie dem auch sei, beginnen sollte man mit dem Schneiden einer Zwiebel. Sehr unangenehme Arbeit, die im besten Falle eine Miniküchenmaschine übernimmt. Eine halbe, mittelgroße Zwiebel reicht für 1 Liter passierte Tomaten, sie wird geschält (logisch) und sehr, sehr klein geschnitten. Dabei wurde mir beigebracht, dass klein immer noch zu groß ist. Am besten, ihr ruft euch eine piepsige Stimme in den Kopf, die dauernd sagt "Piccolo, piccolo, piccolo". Wenn sie verschwunden ist, dann sind die Stückchen klein genug. Diese Minizwiebelteilchen kommen in einen Topf und werden in ordentlich Öl (auf relativ kleiner Stufe) angebraten. Die Italiener verwenden Unmengen Olivenöl bei jeder Gelegenheit, ihr dürft es gerne reduzieren, wenn ihr wollt. Die Sache mit "original" haben wir ja schon geklärt^^ Sind die Zwiebelstückchen durchsichtig (die Stimme "Transparente, transparente, transparente" sollte wieder aus dem Kopf verschwinden, dann sind sie gut) kommen die passierten Tomaten zum Einsatz. Alles aus der Tüte (2x 500 ml) einfach in den Topf kippen, mit einem Teelöffel Zucker vermischen und auf kleiner (!) Stufe kochen lassen. Ich hab heute Stufe 2 von 10 benutzt und sie haben gekocht. Allerdings benötigt das eben sehr viel Zeit- in der Zwischenzeit hab ich dann mal das Büro gesäubert, die Küche gewischt- gegen 11 wurde der Spaß dann als "Fertig!" deklariert. Ich glaube, es ist keine genaue Zeit vorgegeben wie lange die Salsa kochen muss, Hauptsache es ist lange.
Jetzt wird der rote Topfinhalt in ein anderes Gefäß umgefüllt- es muss abkühlen. Hier werden alte Marmeladengläser verwendet, die sich eigentlich ganz gut eignen. Aber ich denke es würde auch kein Italiener schimpfen, wenn man die guten Tupperdosen verwendet. Wobei... ;) Wenn die Soße abgekühlt ist (sie kann ruhig Zimmertemperatur oder noch kälter haben) könnten dann auch die Nudeln fertig sein. Sie werden klassisch wie in wohl jedem Haushalt zubereitet- mit ein klein wenig Salz im Wasser aber ohne Öl (!). Sind sie al dente, werden sie in eine Schüssel gegeben, wer will, kann einen kleinen Brocken Butter mit rein mischen. In eben diese Schüssel werden dann auch einige Löffel der kalten Salsa dazugegeben, eben so viel, dass die Pasta, wenn man alles verrührt, gut bedeckt ist. Es sollte keines Falls zu viel Soße in der Schüssel sein.
Ist das fertig, wird angerichtet, vergesst aber keines Falls den essentiellen Brotkorb mit Baguette oder ähnlichem, das wäre neben dem Essen der Spaghetti o.ä. mit einem Löffel die nächst größere Straftat! Gegen das schneiden der langen Nudeln hat allerdings kein Italiener etwas, ihr dürft also auch mit weißem Shirt beruhigt essen- auch ohne Löffel ;)
(P.S.: Ich hoffe, die Grammatik des Minisatzes im Label ist korrekt. Falls es Leute unter euch gibt, die des Italienischen mächtig sind, meldet euch doch bitte und korrigiert Fehler :) )
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen