Gestern war es dann so weit- die Italiener verließen gegen halb 7 das Haus und ich kann jetzt endlich meinem Blogeintrag den Titel geben, der mir schon seit Wochen im Kopf rumschwirrt. Natürlich steckt mal wieder ein Lied dahinter (für die Unwissenden: http://de.youtube.com/watch?v=vC2WQiPnhjw). Natürlich wars erleichternd, als sie die Tür hinter sich schlossen, aber jede Sache hat ja bekanntlich 2 Seiten. Mir kommt die Zeit seit Dienstag Morgen bis heute ewig vor. Es ist eben viel mehr zu tun, auch wenn einem dabei nicht mehr auf die Finger geschaut wird.
Ich werde gleich mal meinen Tagesablauf eintippen, nicht zuletzt, weil es schon gewünscht wurde^^:
Also, mein Tag beginnt mit dem Klingeln des Weckers (die Aufgabe übernimmt mein Handy zuverlässig) um 6:15. Nach einem kurzen Abstecher ins Bad gehts hinunter in die Küche, die Lunchboxen der Kiddies werden vorbereitet, Kaffee gekocht und das Frühstück für die gesamte Familie auf den Tisch gestellt. Um 7 hört man dann die ersten Fußstapfen der Mädels, die sich und ihren Körper verschlafen an den Tisch schleifen und beginnen zu essen. Meist kommt dann auch der Vater und isst, ebenso wie ich, Müsli. Wenn Clara fertig ist mit ihrem Gemampfe gehts ab ins Bad, Zähne putzen und waschen. Dann gemeinsam ihre Schuluniform anziehen (die aus 3-4 Lagen besteht), Haare kämmen und im Idealfall sind beide Mädels gegen 7:30 fertig. Dann müssen wir fix ins Auto springen und hoffen, dass der Berufsverkehr am Morgen und 1. nicht alle Nerven raubt und 2. nicht das rechtzeitige Ankommen an beiden Schulen verhindert. Wir fahren immer erst zur Wimbledon High, um dann den gleichen Weg zurück und noch ein bisschen weiter Claras Schule, Holy Cross, zu erreichen. Gegen 8:30 komm ich wieder im Haus an. Ist es Montag oder Freitag, beginne ich sofort mit dem Hausputz, sind es die anderen Tage muss ich mich gleich wieder auf die Socken machen um einen Bus nach Kingston zu erwischen- die Sprachschule beginnt 9:30. 12:10 bin ich dann davon wieder zu Hause, mach mir fix ein Sandwich und beginne mit dem Hausputz. Muss ich an dem Tag noch was einkaufen, wirds ganz stressig, da ich die ganze Prozedur auch gerne 1 Stunde in Anspruch nimmt- das Haus will ja auch noch geputzt werden- im Idealfall bevor die Kinder von der Schule wieder da sind. Clara hat immer 15:05 Schluss und wird mit dem Auto abgeholt. Das geht eigentlich immer recht fix, denn sie sind pünktlich. Guilia hat frühestens 15:20 und spätestens 17:15 Schluss, das variiert. Beide Mädchen haben Hunger, wenn sie von der Schule kommen, also bekommen sie einen kleinen Snack, bevor sie sich an die Hausaufgaben machen. In der Zeit wasche ich die Lunchboxen aus und kontrolliere, ob Claras Lehrerin irgendetwas mitgeschickt hat. Mittwoch folgt danach das Baden der Kinder. Guilia kann das alleine, Clara brauch natürlich Hilfe. Nach 20 Minuten planschen müssen die Haare gewaschen und geföhnt werden, neue Sachen angezogen. Nimmt auch gut eine Stunde in Anspruch. Ansonsten ist diese Zeit am Nachmittag ideal zum Bügeln, da man dabei die Kleine im Auge hat. Wenn Guilia dann abgeholt ist und auch ihr Magen voll ist, muss ich mich schon ans Abendessenkochen machen, denn wenn Francesca 19 Uhr nach Hause kommt, sollte es auf dem Tisch stehen. Nachdem gegessen wurde, wird noch fix die Küche wieder in Ordnung gebracht und dann... hab ich Freizeit. Allerdings bin ich dann meist so müde, dass ich gleich nach dem Blogeintrag (insofern noch einer zustande kommt) einschlafe.
Ja, so siehts aus. Stress. Aber ich hoffe, dass es sich mit der Zeit einpegelt und ich eine gewisse Routine hereinkriege. Das Positive an der Sache, das die Großeltern weg sind, ist auf jeden Fall, dass ich endlich mehr mit den Kindern zu tun hab. Sonst wurden alle Aufgaben auf die Nonna abgeschoben, da sie eben Ansprechpartner Nr. 1 war im Haus. Die Mädchen lieben sie eben. Alex war dann nur fehl am Platz. Aber jetzt kommen sie zu mir, erzählen mit mir und lachen mit mir. Der Umgang, speziell mit Clara, ist viel einfacher und gelöster.
Heute speziell gabs nichts Erwähnenswertes weiter. Allerdings hab ich die Erkenntnis gewonnen, dass man hier nicht gern Gemüse isst. Am liebsten nur Nudeln, Kartoffeln und Fleisch. Damit ist mein Plan von einem Broccoli Auflauf diese Woche und der Quiche (das Rezept von meiner Cousine Anne klang so lecker!) die ich nächste Woche machen wollte, wohl hinfällig. Leider. Als Francesca "Broccoli" auf dem Einkaufszettel gelesen hat, meinte sie, ich könne es gerne für mich machen, der Rest der Familie wird aber nichts essen. Auch meine Kartoffelsuppenpremiere am Freitag wird wohl nicht stattfinden. Die Kinder werden es nicht anrühren und die Eltern... naja. Also gibt es Nudeln mit Tomatensoße. Hm.
1 Kommentar:
Kein Gemüse??
Woher nehmen sie ihre Vitamine?
Wie konnten sie so groß und stark werden? ^^
Essen sie viel Obst?
Und Tomate essen sie doch vermutlich?(Sonst wären vermutlich die italienischen Vorfahren leicht pikiert ^^)
Hm...
ich bin mir sicher, die Quiche wäre fantastisch gelungen :)
Quiche ist doch das mit dem Blätterteig...?
Ja, das ist nicht übel.
Habe ich schon mal erwähnt, dass ich in letzter Zeit extrem gerne Flammkuchen backe? Geht total schnell (naja, eine halbe Stunde Ruhezeit braucht der Teig), ist so änhlich wie Pizza und bedarf weniger Zutaten! Das perfekte Studentenessen also ;-)
Ganz liebe Grüße...
lisa.
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