Donnerstag, 28. August 2008

Ruhe vor dem Sturm

Ja, ich befinde mich gerade in der Lage, die man sprichwörtlich "Die Ruhe vor dem Sturm" bezeichnet. Soll heißen: alles ist aufgeräumt, vorbereitet, still und in einer bzw 1 1/2 Stunden kommen Kiddies inklusive Großeltern (die ausschließlich italienisch sprechen) aus dem Urlaub zurück. Halleluja. 

Jedenfalls biete für mich sich jetzt die Gelegenheit, mal die Dinge aufzulisten, die in die Rubrik "Crazy Britains" fallen und somit entweder neu für mich sind oder die ich einfach nur kurios finde. Ich werde bestimmt ne Menge vergessen, aber lassen wir's drauf ankommen:

- Die Briten halten nicht viel, wenn nicht gar nix von Recycling. Zwar steht auf allen Verpackungen, dass dieses oder jenes recycelbar ist, in der Praxis setzt das aber niemand um. So kommen benutzte Kaffeefiltertüten zusammen mit Nektarinenkernen, leeren Joghurtpakungen, benutzten Taschentüchern und Essensresten in einen Mülleimer. Das einzige, was separat behandelt wird, sind leere Milchpackungen, Glas und Pappe. Wobei sie da auch sehr eigen sind und wirklich aussortieren, welche Pappe die Müllautos mitnehmen.
Das gute an der Müllentsorgung ist aber, dass man nie Angst haben muss, dass man das Müllauto verpasst (und dann vielleicht zwanghaft nach Möglichkeiten der Unterbringung seines Hausmülls sucht^^). Die Mitarbeiter in den orangen Westen kommen in jedes Grundstück, nehmen sich die Tonne, die sie brauchen und entleeren sie. Man wird hier also nie die obligatorischen Mülltonnen-Straßenverzierungen sehen. Auch gut.

- Die Kinder in England gehen im Alter von 4 Jahren schon in die Schule, es kann allerdings vorkommen, dass sie bis dahin noch nicht "stubenrein" sind. Es ist keine Seltenheit, dass man mit 4 noch Windeln trägt- so auch die Kleine aus meiner Familie. Zwar hofft meine Gastmutter, dass die 2 Packungen Pampers die letzten sind, die sie kaufen musste, dennoch ist das Kind schon ein halbes Jahr lang 4. Ich hoffe ich muss nicht in den Genuss kommen, sie zu windeln. Vielleicht geschah während des Italienurlaubes eine Art Wunder. ;)

- Es ist bekannt, dass die Briten kulianrisch keine Höchstleistungen verbringen. Als ich jedoch gestern einkaufen ging, war ich recht erstaunt, dass man auf so viele deutsche Produkte setzt. So hab ich "Gemüsemais" und "Hirtenkäse" gekauft, oftmals steht auf den Produkten hinten als erstes die deutsche Erklärung. Selbst auf Kidneybohnen (und ich dachte, gerade die seien charakteristisch für England). Aber das hab ich ja im letzten Post schon erzählt.

- Bleiben wir beim Essen. In meiner Familie gibt es Abends immer warmes Essen, da sie erst um 7 von Arbeit kommen und dann entsprechend Hunger haben. Man isst oft Kartoffeln, zusätzlich aber auch Baguette. Okay, das mag vielleicht eher eine italienische Tradition sein, dennoch darf es keines Falls fehlen. Genauso wie der Salat, der jeder Mahlzeit beiwohnt.

- Die Kinder müssen vor jeder Mahlzeit ein Glas Milch trinken, bevor sie das Essen anrühren. Ist allerdings aber auch in manchen Familien in Deutschland so.

- Augen auf im Straßenverkehr! Man hält hier nicht viel von Vorfahrtsregeln und -bestimmungen- ich bin bisher 2 Mal Auto gefahren und möchte nicht zählen, wie oft mir die Vorfahrt genommen wurde. Herrjemine. Allerdings sind die Behörden ganz erpicht darauf, Geschwindigkeitssünder zu bestrafen. Auf dem Highway, den ich immer fahren muss um zum Einkaufsparadies "Tesco" zu kommen, stehen tausende Brutkästen für Blitzer. Man kann beobachten, wie die Autos vor einem mechanisch abbremsen, dann aber nach der "Gefahr" sofort wieder aufs Gas treten. In wie weit die Blitzer dann sinnvoll sind, bleibt fraglich.

- Die Dusche hier ist der reinste Graus. In England ist man wohl sehr gewillt, Wasser zu sparen. Aus diesem Grund fühlt man sich unter der Dusche als würde man in einem leichten Nieselregen stehen. Kleinste Tröpchen Wasser kommen aus der Brause (wenn man das so bezeichnen kann) und versuchen einen zu reinigen. Meine Familie hat dieses Problem erkannt und hat ein gerät installiert, das man "Power Shower" nennt, es soll die Intensität des Wasserstrahls erhöhen. Okay, macht es auch. Aus dem leichten Nieselregen wurde ein ... Nieselregen. 

- Bei der Klospülung ist nichts mit "draufdrücken- fertig!". Man pumpt und hofft, dass das Wasser alles beseitigt (wahrscheinlich wieder eine Wassersparmaßnahme). Leckere Angelegenheit, aber wir sind ja nicht kleinlich ;)

Okay, ich denke das war's für's Erste. Ich gehe jetzt Haare föhnen ;)

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