Als ich mich am Freitag Morgen mit sämtlichen Verkehrsmitteln des London Transport durch den Berufsverkehr gequält hatte und endlich in meinem Flugzeug saß, konnte ich eine gewisse Erleichterung und Vorfreude wohl kaum verbergen. Erst recht nicht, als ich aus dem Fenster im Landeanflug erste leicht schneebedeckte, weiße Felder erahnen konnte, die nur Deutschland gehören konnten. Ich bin so schnell wie möglich aus der Maschine raus und ein kräftig, kalter Wind strömte mir ins Gesicht. Was einige Grad Temperaturunterschied doch ausmachen... aber ich fand's herrlich! Und dann hab ich auch schon bald Anne gesehen, wie sie da auf mich zugelaufen kam und wir haben uns erstmal umarmt. Hach, war schön, mein Cousinchen wieder zu sehen! Wir sind dann fix ins Auto und haben uns auf den langen Weg von Frankfurt Hahn nach Eisenberg begeben, von wo aus es weiter nach Leipzig gehen sollte. Im Auto sind unsere Münder gar nicht zum Schweigen gekommen, was auch angesichts des enormen Staus recht praktisch war. Langweilig wurde uns nicht, auch wenn wir nur Salzkörner von den Sitzen aufgelesen haben ;)
Mit einiger Verspätung kamen wir dann bei Agip in Eisenberg an, wo meine Eltern schon auf uns warteten. Mit ihnen sind wir dann weiter in Richtung Leipzig und konnten unsere Mägen mit frischen Raudabrötchen füllen. Wie toll! Diese Stärkung haben wir dann auch für das bevorstehende Konzert gebraucht, denn es hielt uns nicht mehr lange auf unseren Sitzplätzen in der Arena Leipzig und so haben wir uns in die Massen gestürzt. Gegen halb 12 war der Spaß dann vorbei und wir haben uns langsam in Richtung Heimat begeben. Allerdings folgte erst noch eine Runde "am Tisch sitzen und erzählen", was wir (immernoch^^) dringend nötig hatten und so verschlug es uns erst gegen 2-3 Uhr in die Betten.
Am nächsten Morgen hab ich mich wahnsinnig auf die Dusche gefreut, mit richtigem Wasser und so ;) Danach hab ich einen kurzen Abstecher zu meinen Großeltern gemacht, die sich wahnsinnig gefreut haben (ich mich auch :D) und dann bin ich mit Anne und Mama erst nach Eisenberg, dann mit der männlichen Fraktion zusammen, nach Jena- shoppen. War sehr erfolgreich und hat wahnsinnig viel Spaß gemacht :) Es war so toll, diese altbekannten Orte und Plätze nach so langer Zeit wiederzusehen und ein unglaubliches Gefühl des Glücks und der Zufriedenheit. Da merkt man, wo die Heimat wirklich ist!
Abends gings dann, nach einem kurzen Abstecher zum liebsten Cousin der Welt, zusammen mit Anne nach Eisenberg, einige "altbekannte Gesichter" wiederzusehen, was nicht weniger toll war. Dass noch Nachtweihnachtsmarkt an diesem Abend war, hat natürlich mehr als perfekt gepasst, zumal immer genau die Cafés nicht aufhaben, in die man gerade gehen will. Murphys Gesetze wieder... Wie dem auch sei, ich denke wir hatten alle einen tollen Abend (und jetzt möchte ich keine Gegenstimmen hören! :P)
Der nächste Tag war dann ein reiner Familientag, an dem wir Vormittags und Nachmittags Spiele gespielt haben (irgendwie wollte das Schicksal zwar, dass ich fast immer Letzte war, aber was solls^^) und zwischen drin Essen waren. Gegen 5 wars dann aber leider schon vorbei mit der schönen Atmosphäre und Geselligkeit und wir mussten los, in Richtung Flughafen. Der Abschied war dieses Mal schwerer als noch vor 3 Monaten und er hat mir noch einen Tag später angehangen.
Im Flugzeug, was noch 25 Minuten Verspätung hatte, wollte auch keine gute Stimmung aufkommen und ich bin dann nur noch verpeilt in Richtung Zug gelaufen, der mich von Stansted nach London Innenstadt bringen sollte. Habe gerade noch den Letzten erwischt, was bedeutete, dass die Zugstation 5 Minuten später zugemacht hat. Puh, ich stand dann also irgendwann nachts halb 2 in der Innenstadt von London, allein mit meinem Koffer und hab gewartet, dass mein Bus kommt, den ich mir ausgeguckt hatte im Internet, Nr. 344. Dummerweise hatte mir so ein blöder Bahnmitarbeiter gesagt, dass ich Bus 113 nehmen sollte. Ich war erstmal froh, als er nach einer halben Stunde warten in Sichtweite war, als er dann allerdings an mir vorbeifuhr und ich keine Chance hatte, einzusteigen, hat sich Verzweiflung breit gemacht. Ich bin dann herumgeirrt, obwohl ich mich natürlich da nicht auskenne und habe nach Möglichkeiten gesucht, wie ich um 2 Nachts in den Südwesten komme. Ich hab dann in all meiner Müdigkeit und Verzweiflung ein Angebot eines "Taxi"fahrers angenommen, mich für 45 Pfund nach Hause zu fahren. Das Problem war nur, dass es ein illegales Taxi war, sozusagen ein wildfremder Mann, der mit seinem Privatauto Leute herumkutschiert und dafür Geld einkassiert. Ein lizensiertes Taxi hat den Vorteil, dass es sicher ist, würde aber auch ungefähr das Doppelte kosten. Deswegen können sich diese illegalen Fahrer halten. Ich hätte auch das Doppelte bezahlt, nur hatte ich keine Nummer, unter der ich mir ein Taxi bestellen konnte. Und selbst wenn, hätte es wohl noch mindestens eine halbe Stunde gedauert, ehe eins gekommen wäre. Also bin ich eingestiegen und habe die ersten Minuten nur geheult im Auto. Na ja, nach 40 Minuten war ich dann schließlich an meiner letzten Busstation, noch unversehrt und heil und konnte dann um 3 ins Bett fallen.
Puh, das mach ich definitiv nicht noch einmal!
Heute gings mir wieder etwas besser als gestern und der Tag war recht relaxt. Ich hoffe, das bleibt erstmal eine Weile so, ich hoffe es wirklich.
Prüfungen vorbei, Zeit zu reisen! :)
vor 14 Jahren
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